Historie

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Grün-Weiß-Loshausen 1920

In Loshausen soll Fußball gespielt werden. Das nehmen sich zumindest im Jahre 1920 die Gründungsmitglieder um die Sportkameraden Heinrich Adam Boppert, Heinrich Boppert (Gastwirt), Johannes Laudenbach, Paul Schmidt und Sebastian Ide vor.

Die erste Versammlung findet am 20. 11. 1920 im Vereinszimmer der Gastwirtschaft Boppert statt. Das Protokoll verzeichnet 25 Anwesende. Bereits 1922 nimmt der Verein an einem Festzug des Gesangvereins Merzhausen teil. Der Vorstand beschließt im gleichen Jahr, den gesamten Turnbetrieb während der Erntezeit still zu legen und am Silvestersonntag einen Vereinsball abzuhalten. Auch in der Gründerzeit haben die Mitglieder Probleme, den Vorstand komplett zu besetzen. Wegen einiger Gegenstimmen nimmt der 1. Schriftführer sein Amt nicht an.

Im Jahre 1923 wird im Protokoll festgehalten, dass schon damals Geld für die Vertretung eines Spielers an seiner Arbeitsstätte bezahlt wird.

Wie vielfältig die sportlichen Aktivitäten in diesen Gründerjahren sind, belegt ein Protokoll aus dem Jahre 1926, in dem vermerkt wird, dass Sportkameraden bei Schwimmwettkämpfen erfolgreich teilgenommen haben.
Erst ab dem Jahre 1930 sind dann wieder Protokollaufzeichnungen vorhanden.
Es wird auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder auf die Geselligkeit im Verein, auf Tanzveranstaltungen mit Theateraufführungen hingewiesen. Ebenfalls wird beschlossen, „daß etwas Körperpflege im Verein geübt werde“. Der Sportkamerad Johannes Schmidt „wurde mit der Körperpflege beauftragt“. Nachzulesen ist auch, dass der Vorstand in seinen Sitzungen die Aufstellung der Fußballmannschaft zu den Verbandsspielen vornimmt.
Die Kriegsjahre führen zum Ruhen des Vereinslebens.
Erst am 30. August 1946 treffen sich laut Protokoll im Saale Knapp viele Sportkameradinnen und –kameraden, um in einer öffentlichen Sitzung den von der Militärregierung aufgelösten Verein neu zu gründen.

Sportkamerad Johannes Laudenbach hat mit weiteren Sportkameraden die ersten Schritte im Genehmigungsverfahren unternommen und unter Auflagen am 14. August 1946 die Genehmigung zur Wiedergründung des Sportvereins Grün-Weiß erhalten. Er führt den Verein kommissarisch und wird in der Gründungsversammlung auch zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ludwig Heck ist Stellvertreter. Schriftführer wird Walter Schmidt, Konrad Rühl sein Stellvertreter. Ergänzt wird der Vorstand durch die Sportkameradin Else Tasto und die Sportkameraden Johann Heinrich Schwalm, Johann Heinrich Boppert, Heinrich Laudenbach  und Kurt Seidler.

In all den Jahren bis in die heutige Zeit haben sportbegeisterte Bürger aus Loshausen den Verein Grün-Weiß Loshausen voran gebracht.

Es gibt leider nur noch wenige authentische Berichte aus dieser Zeit. Gründungsprotokolle sind ebenfalls nur noch lückenhaft vorhanden. Eventuelle Berichte aus dieser Zeit im HNA-Archiv in Kassel fielen der Bombardierung zum Opfer. So ist man heute auf Erinnerungen einiger Vereinsmitglieder angewiesen.

Eine große Hilfe ist hierbei Georg Laudenbach gewesen (7. v.lks. auf dem ersten Bild unten). Dies ist die letzte Mannschaft des Vereins Grün-Weiß Loshausen vor dem Zusammenschluss der beiden Vereine Grün-Weiß Loshausen und Blau-Weiß Zella im Jahre 1947. In der Meisterschaftsserie 1946/47 belegt der Verein einen 2. Platz in der Klasse A.
Meister wird Blau-Weiß Zella.
v.lks. nach rechts:
Konrad Laudenbach, Johann Georg Laudenbach, Walter Schmidt, Heinrich Anstatt, Johannes Laudenbach, Heinrich Laudenbach, Georg Laudenbach, Heinrich Boppert, Heinrich Boppert, Heinrich Schwalm, Gustav Schön.
 
Dieses Bild hat Hans Gimpel der Spielvereinigung mit folgendem Text überlassen
In Erinnerung an die 1. Mannschaft nach dem Zusammenschluß 1947 (als damaliger Bezirksligist, heutige Landesliga), die durch Kameradschaft, Fairness sowie spielerischen Einsatz zu großen Erfolgen kam und sich in Nordhessen eines besonderen Ansehens erfreute. Zella-Loshausen, September 1996  gez. H. Gimpel - Der Name des Schiedsrichters (rechts) ist leider nicht vermerkt. Wer ihn kennt, bitte melden !
Spielvereinigung Zella / Loshausen
Die sportliche Bewegung nach dem 2. Weltkrieg wird in Loshausen jedoch geprägt von dem Zusammenschluss des Vereins mit dem Verein Blau-Weiß Zella. Bereits 1947 gibt es in den Gemeinden Loshausen und Zella Bestrebungen, einen gemeinsamen "Sportverband" zu gründen. Bei der Gründungsversammlung am 30. 08. 1947 sind es u.a. die Sportkameraden Kurt Seidler, Heinrich Haust, Helmut Braun, Heinrich Boppert, Heinrich Baumgart, Hans Gimpel, Johannes Gimpel, Joseph (Seppl) Wenzel, Walter Schmidt, Alfred Seidler, Heinrich Riebeling, Hertha Gesierich, Erika Gesierich, Elisabeth Ide und Ludwig Kaub, die sich als Vorstandsmitglieder zur Verfügung stellen.

Schon zu dieser Zeit gibt es neben der Fußballabteilung die Bereiche Turnen, Leichtathletik und Frauenhandball. Kurze Zeit später kommt bereits die Tischtennisabteilung hinzu. In späteren Jahren erweitern eine Damengymnastikabteilung, eine Tennisabteilung und die Abteilung Kinderturnen das sportliche Angebot innerhalb des Vereins.
Aushängeschild ist aber schon damals die Fußballabteilung.
Hierbei haben die jeweiligen Fachwarte von Heinrich Völker I. über Hans Gimpel und Hartmut Hoos bis Dirk Spengler mit ihren entsprechenden Übungsleitern Höhen und Tiefen erlebt.

Bereits in der Serie 1947/48 spielen die Vereinigten in der Bezirksklasse, vergleichbar mit der heutigen Landesliga. Entscheidungsspiele gegen Treysa und Ziegenhain führen zu diesem großen Erfolg. Zeitweise ist die Spielvereinigung klassenhöchster Vertreter des ehemaligen Fußballkreises Ziegenhain.

Höhepunkte im fußballerischen "Auf und Ab" sind sicherlich die diversen Nachbarschaftsderbys gegen Treysa, Ziegenhain, Neukirchen, Schrecksbach, Merzhausen und Wasenberg sowie das legendäre Pokalspiel gegen den KSV Hessen Kassel gewesen.
Besonders die Pokalspiele haben immer wieder bis zu 4500 Fans auf die Sportplätze gelockt.
So erreicht die Spielvereinigung 1961 als einziger A-Klasse-Verein die erste Hauptrunde im Süddeutschen Pokal (vergleichbar mit der ersten Hauptrunde im heutigen DFB-Pokal).

Neben etlichen Endspielsiegen im Schwalmpokal bestreitet eine Mannschaft der Spielvereinigung das Bezirkspokalendspiel am 1. 06. 1968 in Kassel gegen die Amateure des KSV Hessen Kassel.

Folgende Spieler unterliegen mit 4:1 v. links (stehend): Walter Friedrich, Helmut Hoos, Georg Gimpel, Hubert Koch, Adolf Schultheiß, Reinhard Ries, Georg Happel, Günter Brandt davor von links: Wilhelm Friedrich, Heinrich Friedrich, Heinrich Heck, Heinz Ries, Reinhard Ide.
Seniorenmannschaften spielten 2004/05 in der Kreisliga-B bzw. in der Kreisliga-C
1. Seniorenmannschaft 2004/05 stehend v. links: Sebastian Knapp, Marco Ploch, Bernd Riebeling, Florian Kaltdorf, Andre´ Euler, Benjamin Kubec, Dieter Laudenbach, Bastian Becker, Trainer Manfred Smolka sitzend v. links: Björn Wüst, Martin Ohnesorge, Mario Euler, Alexander Hellwig, Alexander Braun, Jan Stadler, Oliver Ulbrich
2. Seniorenmannschaft 2004/05 stehend v. links: Henning Stecher, Florian Stadler, Steffen Guldner, Marc Strobach, Andreas Kraft, Sebastian Fink, Richard Schultheiß, Dirk Riebeling sitzend v. links: Peter Stadler, Björn Wüst, Mario Euler, Heiko Diehl, Martin Ratayczak, Hans-Peter Schultheiß
Eine schon seit der Serie 1946/47 herausragende Jugendarbeit - begonnen mit Ludwig Kaub und Kurt Seidler über Heinrich (Hennerche) Friedrich und Robert Gilg bis zu Armin Ditter - sichert den Seniorenmannschaften den Nachwuchs.

Doch auch in diesem Bereich ist festzustellen, dass die Vielzahl der Freizeitangebote im „Nichtsportlichen Bereich“ es immer schwerer werden lässt, die Jugendmannschaften mit Spielerinnen und Spielern aus den eigenen Orten antreten zu lassen.

Daher haben sich die Verantwortlichen entschlossen, in Absprache mit Vereinen aus der Großgemeinde, eine Jugendspielgemeinschaft Willingshausen für den Spielbetrieb zu melden.
D-Jugendmannschaft im Spielbetrieb 2004/05
Stehend von links: Trainer Dirk Merle, Konrad Glänzer, Daniel Greb, Mario Kärle, David Ditter, Niklas Hoos, Jakkapong Münsatan, Daniel Schultheiß, Gökhan Demirci, Betreuer Richard Schultheiß. Kniend von links:Marek Ellenberger, Johannes Ermel, Marcel Merle, Dennis Schultheiß, Lukas Wahl, Jonas Heck, Daniel Kraske
Die sportliche Attraktivität des Vereins wird jedoch erhöht durch die Vielfalt seiner Abteilungen
Aus dem sportlichen Leben innerhalb der Dorfgemeinschaft sind die Abteilungen Kinderturnen, Damengymnastik, Altherren-Fußballabteilung, Tischtennis und Tennis nicht mehr wegzudenken.

Auch hier ist es einzelnen Personen um Rosy Lehmann, Doris Peppler, Hartmut Hoos, Heinrich (Heini) Heck und Walter Dörrbecker zu verdanken, die in persönlichem Einsatz der Loshäuser Bevölkerung - und darüber hinaus Sportbegeisterten aus Nachbargemeinden - Gelegenheit geben, ihren sportlichen Ambitionen nachgehen zu können.
Die Kinderturngruppe
Übungsleiterin Rosy Lehmann (hinten rechts) im Jahre 2004.
Das Kinderturnen erfreut sich großer Beliebtheit. Durch Turngeräte und Spiel können die Kinder ihr Selbstvertrauen, Sozialverhalten, ihre Ausdauer, Geschicklichkeit, Bewegungsmotivation und –koordination erweitern und schulen. Diese Erfahrungen und Spaß am Bewegen und Begegnen tragen zu einer guten Persönlichkeitsentwicklung bei.
Damengymnastikabteilung
Seit 1977 treffen sich die Damen der Gymnastikgruppe regelmäßig im Dorfgemeinschaftshaus. Unter dem Motto „Fitness für Jung und Alt“ bietet Übungsleiterin Marion Krämer Gymnastik, Rückenschule und Tanz an. Die Mitglieder der Gymnastikabteilung und ihre  Abteilungsleiterin Doris Peppler nehmen das Angebot dankbar an.

Die Tischtennisabteilung
wurde 1972 wieder „zum Leben“ erweckt. Seit 2004 gibt es eine Schüler/innenabteilung

Auf dem Bild v. links: Dirk Laudenbach, Jens Köhler, Jens Schröder, Udo Erdmann, Dr. Hans-Jörg Laudenbach, Berthold Mühling, Michael Sack (Vorstands-mitglied Gesamtverein), Heinrich Heck sitzend v. links: Matthias Heck und Jörg Blumenauer es fehlen: Hilmar Knoll und Wolfgang Ries
Die Tennisabteilung gründete sich 1985
Männer der „ersten Stunde“ waren (v. links): Walter Dörrbecker, Werner Ries, Konrad Rupp, Manfred Nölke, Heinz Grebe, Horst Brandt, Hubert Koch, Günter Laudenbach. Auf dem Bild fehlen: Kurt Ries, Bernd Bätz, Reiner Steinbrecher
Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern
Mittlerweile gehören rund 570 Mädchen, Jungen, Frauen und Männer dem Verein an. Dieser aber muss auch verwaltet und geführt werden. Bis in die heutigen Tage haben engagierte Vorstandsmitglieder mit den Vorsitzenden Johannes Laudenbach, Kurt Seidler, Heinrich (Heini) März, Manfred Ries, Volkmar Hoos und Bernd Riebeling dies vorbildlich in die Tat umgesetzt.

Möge die älteste Spielvereinigung im Hessischen Fußballverband weiterhin dieses umfassende Angebot an Sportarten erhalten und ausbauen.
© Frank Euler und Günter Brandt (Stand:21.03.2007)
Sportplatz Loshausen
Sportplatz Zella